Mittwoch,
11. März 2026
Moderation: ... | Büchertisch: Buch & Töne20.00 Uhr
Begrüßung
20.10 Uhr
Sperrgut
Am Anfang steht Kristalloma: Eigenhändig baut sie auf einer Industriebrache ein Haus und das Lusthansa wird ein Zuhause für Frauen, die keines haben. Jahre später formt sich dort unter der Obhut von Kristalloma und ihrem Partner Bruno eine neue Gemeinschaft: die Freundinnen Maj und Stevie, deren Vater und seine Frau Linde stoßen hinzu. Drei Generationen leben unter dem selbstgebauten Dach zusammen und passen aufeinander auf. Bis die naheliegende Stadt mit einem Abrissbescheid vor der Tür steht und das Lusthansa um seine Existenz kämpfen muss.
Sophia Merwald erfindet in ihrem Debüt Sperrgut (Zoralit, 2026) eine ganze eigene Sprache – amüsant und messerscharf in der Beobachtung.
Sophia Merwald, geboren 1998, arbeitet als freie Journalistin. Sperrgut ist ihr erster Roman, für den sie bereits vor Erscheinen mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. dem Alfred-Döblin-Preis. Sie lebt und arbeitet in München.
20.30 Uhr
Die Routinen
München, Montreal, Tokyo. Wenn die Olympischen Spiele anstehen, blickt die ganze Welt auf eine Stadt, auf eine Mannschaft, auf eine Leistungsturnerin. Die Mädchen und Frauen trainieren ihr gesamtes Leben auf diesen Moment hin. Die Turnerin Amik beugt sich den gnadenlosen Wettbewerbsprinzipien ihres Sports und mit jedem weiteren Schritt auf ein Siegerinnenpodest entfernt sie sich mehr von den Mädchen, die sie gestern noch getröstet haben.
Auf kraftvolle Weise erzählt Son Lewandowski in ihrem Debütroman Routinen (Klett-Cotta, 2026) von Sport und Politik, von fragilen Beziehungen und den Grenzen des eigenen alternden Körpers.
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Son Lewandowski lebt als Autorin und Kuratorin in Köln. 2023 wurde sie zum Klagenfurter Literaturkurs und der Autor:innenwerkstatt des LCB eingeladen. Mit Die kurzen Karrieren stand sie in dem Jahr auf der Shortlist des Edit-Essaypreises. 2024 wurde sie durch das Stipendium der Jürgen Ponto-Stiftung gefördert, 2025 durch das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW.
20.50 Uhr
Partypeople
Der Ich-Erzähler im neuen Roman von Stefan Sommer, Trabant (Otto Müller Verlag, 2026), ist ein erfolgreicher Techno-Diskjockey und wird auf private Partys von Superreichen eingeflogen. Er führt ein luxuriöses Leben zwischen Helikopterflügen, Infinity Pools, Champagner und den immer groteskeren Wünschen eines Superstars, der von sich und der Welt gelangweilt ist. Dazwischen: Loneliness, Designerdrogen und Schmerzmittel helfen nur vorübergehend. Während seiner gnadenlosen Hetze um die Welt erkennt der Erzähler irgendwann, dass er davonläuft: vor dem Verlust der Mutter, die Jahre zuvor verstorben ist.
Stefan Sommer, 1989 geboren, wuchs in einer kleinen schwäbischen Gemeinde auf; der Autor lebt heute in München und arbeitet für die SZ und den BR. Ausgezeichnet mit dem International Music Journalism Award 2020, dem Ernst-Schneider-Preis für Wirtschaftsjournalismus 2021 und einem Literaturstipendium „Junge Kunst und neue Wege“ 2021 durch den Freistaat Bayern.
21.10 Uhr
20 Min. Pause
21.30 Uhr
Grüne Welle
Nach dem Kinobesuch mit ihrer besten Freundin setzt sich eine Frau in ihr Auto und fährt heim – bis eine Umleitung sie von ihrem Weg abbringt. Sie verpasst Ausfahrt um Ausfahrt, entfernt sich immer weiter von ihrem Zuhause, wo ihr Mann auf sie wartet. Nach einer ganzen Nacht und dem folgenden Tag wird klar: Vielleicht wäre es besser, wenn sie nie wieder zu ihm zurückkehren würde. Denn so unheimlich die Finsternis der Landstraßen und Tankstellen auch ist, die wahre Gefahr lauert dort auf sie.
Einfühlsam beschreibt Esther Schüttpelz in ihrem neuen Roman Grüne Welle (Diogenes, 2026) einfühlsam in leicht surrealen Bildern den verschwommenen Weg der Protagonistin zu sich selbst.
Esther Schüttpelz, geboren 1993 in Werne, arbeitete als Rechtsanwältin, bevor sie freie Schriftstellerin wurde. Für ihren Roman Ohne mich wurde sie 2023 mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet. Sie lebt im Münsterland.
21.50 Uhr
Parasiti
Vally lebt zusammen mit ihrer alten Tante Lydia. Nicht nur der Altersunterschied trennt die beiden, Lydia muss gepflegt werden. Vally kümmert sich um sie, sanft und beharrlich. Als Lydia jedoch eines Tages plötzlich verstummt, weiß Vally nicht mehr weiter. Allmählich ahnt sie, dass Lydia von den Erinnerungen an ein Ereignis vor 50 Jahre in Novosibirsk eingeholt wird…
Parasiti (Voland & Quist, 2026) von Alisha Gamisch ist ein kraftvolles Debüt über Erinnerung, Familie und das Schweigen zwischen den Generationen. Zwischen einer russlanddeutschen Barackensiedlung und dem heutigen Berlin entfaltet sich die Geschichte zweier Frauen, die auf unerwartete Weise miteinander verbunden sind.
Alisha Gamisch, geboren 1990 in Tegernsee, arbeitet als Lehrerin in Berlin. Ihre Texte hat sie in Literaturzeitschriften und -magazinen veröffentlicht, zuletzt in der PS-Politisch Schreiben und im Mosaik-Magazin. 2016 wurde sie für den Lyrik-Preis München nominiert. Ihr erster Gedichtband Lustdorf (Verlagshaus Berlin, 2020) wurde von Haus für Poesie als eines der besten Lyrikdebüts des Jahres 2020 ausgewählt und für den Ulla-Hahn-Preis nominiert. Aktuell kuratiert und moderiert Alisha Gamisch die Lesungs- und Diskussionsreihe „PostOst-Café“ in Berlin.
22.10 Uhr
Allgemeine Zweifel am weiteren Verlauf
Ein Wal an der Küste eines mondänen Badeortes und zwei Freundinnen, die unerwartet der eigenen Vergangenheit begegnen. Ein blauer Vogel, der aus einer Mandarine schlüpft und zur einfachen Ansprache wird in einer von Katastrophen erschütterten Welt…
In ihrem neuen Erzählband Allgemeine Zweifel am weiteren Verlauf. Stories (Luchterhand, 2026) umkreist Elise Schmit jene schillernden Augenblicke des Umbruchs, in denen das Alte sich auflöst, das Neue aber noch nicht ganz da ist. Die Menschen, von denen sie erzählt, sehnen sich nach Veränderung, nach einer Möglichkeit, aus dem eigenen Leben auszubrechen, zugleich fürchten sie sich davor.
Elise Schmit wurde 1982 in Luxemburg geboren und ist dort aufgewachsen. Für ihr Schreiben wurde sie mehrfach beim Concours littéraire national ausgezeichnet. Ihr Erzählband Stürze aus unterschiedlichen Fallhöhen erhielt 2019 mit dem Prix Servais die wichtigste Auszeichnung des Landes. Elise Schmit lebt in Luxemburg-Stadt.
22.30 Uhr