Donnerstag,

12. März 2026

Moderation: ...  |  Büchertisch: Buch & Töne

20.00 Uhr  

Begrüßung


20.10 Uhr

Die da oben

Als Tess mit ihrer Freundin Moyra in eine schöne Altbauwohnung im Leipziger Zentrum zieht, gehen für sie gleich mehrere Träume in Erfüllung: Ihre Beziehung hat endlich ein Zuhause und mit der Unterstützung von Moyras Eltern kann sie sogar ihre eigene Schneiderei eröffnen, und zwar im Erdgeschoss des Hauses, wo Rolf, der Mann ihrer Nachbarin Heike einen Getränkeladen betrieben hatte, bis dieser der Konkurrenz und steigender Ladenmiete zum Opfer fiel. Als Heike und Rolf nun auch die Wohnung im obersten Stock gekündigt wird, bieten die beiden jungen Frauen ihre Hilfe an. Aber je mehr Heike und Rolf auf das „kaputte System“ und die „korrupten Eliten“ schimpfen, desto entschlossener geht Moyra auf Distanz. Schließlich sind alle gezwungen zu entscheiden, was sie retten wollen: ihre eigenen Überzeugungen oder die Beziehungen zu den Menschen, die sie lieben.

 

In seinem neuen Roman Die da oben (Wallstein Verlag, 2025) befasst sich Anselm Oelze einfühlsam und lebensnah mit den Spaltungen in der Gesellschaft und fragt danach, wie Zusammenleben wider aller Erwartungen gelingen kann.


Anselm Oelze, geboren 1986 in Erfurt. 2019 erschien sein Roman Wallace, es folgte die literarische Reportage Die Grenzen des Glücks: eine Reise an den Rand Europas (2021) und der Roman Pandora (2023). Er wurde mehrfach ausgezeichnet und lebt mit seiner Familie in Leipzig.


20.30 Uhr

Mercedes Spannagel
Blessing Verlag

© lennie rothenberg

Crashtest Dummies

Als Ingenieurin in der Automobilindustrie arbeitet Cleo in einer Männerdomäne – und am offenen Herzen der strauchelnden deutschen Wirtschaft. Ihr Team soll die Entwicklung eines Elektromodells vorantreiben, doch getrieben werden sie vor allem vom Speiseplan der Kantine. Cleo glaubt nicht an Konventionen oder an Arbeit am Wochenende und auch nicht daran, als Frau in der Technik irgendetwas repräsentieren zu müssen. Doch dann tritt sie in eine Konkurrenzsituation mit ihrem Kollegen Martin, aus der sich eine beidseitige Obsession entwickelt. Für Cleo geht es nicht nur um ihre berufliche Zukunft, sondern auch darum, sich nicht von einem Mann ausbooten zu lassen.

 

Rasant und bitterböse erzählt Mercedes Spannagel in ihrem neuen Roman Crashtest Dummies (Blessing Verlag, 2026) von einer jungen Frau, die sich für einen Triumph noch einmal ganz neu definieren muss.


Mercedes Spannagel, geboren 1995 in Wien, hat einen Abschluss als Diplomingenieurin Maschinenbau der TU Wien und lebt derzeit in Berlin. Sie erhielt für ihre Texte diverse Preise, u.a. 2014 Exil-Jugendliteraturpreis Wien, Rauriser Förderungspreis 2017, 1. Platz fm4 Wortlaut 2018. 2022 war sie Hausgast im LCB. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Ihr Debüt Das Palais muss brennen war 2020 nominiert für den Österreichischen Buchpreis in der Kategorie Debüt.


20.50 Uhr

Die beste Idee der Welt

Heinz steht vor den Trümmern seiner Existenz – von seiner großen Liebe Jenny über Nacht verlassen, mit einer weiteren Geschäftsidee gescheitert und pleite. Da macht ihm sein Freund Franky – ein ziemlich heruntergerockter Kleinkrimineller, so nervig wie liebenswert – ein Angebot: Er will eine Wrestling-Show aufs Oktoberfest bringen und Heinz soll das Drehbuch schreiben. Die Amateur-Bodybuilderin Betül, der ehemalige Jockey Gernot und andere Gestalten aus der Münchner Halb- und Viertelwelt sind schon am Start. Das Ziel: Ruhm und ein paar Zehntausend pro Kopf. Doch zuerst muss die Gang von Wiesnchef Claudius Schowalter noch die Genehmigung für die Show bekommen – aber wie?

 

Voller Charme und Schmäh erzählt Bernhard Heckler in seinem neuen Roman Die beste Idee der Welt (Kunstmann, 2025) von Strizzis und Stenzn, Großkopferten und Kleinkriminellen, von Scheitern und Wiederaufstehen und von der Kraft der Gemeinschaft an den Rändern der Gesellschaft.


Bernhard Heckler, geboren 1991 in München, war Stipendiat der Bayerischen Akademie des Schreibens und der FAZIT-Stiftung. Sein erster Roman, Das Liebesleben der Pinguine, erschien 2021 bei Tropen. Für die Arbeit an diesem Roman hat er ein Literaturstipendium der Stadt München erhalten. Er ist Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und lebt in München.


21.10 Uhr

20 Min. Pause


21.30 Uhr

Wir Königinnen

In Anja Gmeinwiesers Debütroman Wir Königinnen (Berlin Verlag, 2026) wandert eine Frau durch die Alpen, ihre kreisenden Gedanken finden keine Ruhe. Da kreuzt die pragmatische LKW-Fahrerin Anna mit einer Ladung trächtiger Kühe ihren Weg. Aus einem spontanen „Ich fahre mit“ wird eine gemeinsame Reise Richtung Türkei. Zwischen Staub und Hitze ringen die ungleichen Frauen um Verständigung. Anna jongliert Mutterrolle und Beruf, während ihre schweigsame Begleiterin sich in Zweifeln verliert. An der EU-Außengrenze, wo Kühe und Träume stranden, mündet ihre Odyssee schließlich in einen Akt der Befreiung.

 

Anja Gmeinwieser, geboren 1989 in Mainburg. 2018/2019 war sie auf der Shortlist des Wortmeldungen-Förderpreises, 2022/2023 Teilnehmerin der Romanwerkstatt des Literaturhauses München und 2023 Finalisten beim open mike. Sie lebt in Mittelfranken und arbeitet als Sozialarbeiterin und Schriftstellerin.


21.50 Uhr

Muri Darida
dtv

© Dorottya Marton

King Cobra

Lazi sitzt im Zug nach Budapest und hat ein Ziel: das Gewehr des Großvaters András, der während des Ungarnaufstandes 1956 nach Argentinien fliehen wollte, aber in Eppingen landete. Im ungarischen Dorf erwarten Lazi unberechenbare Tanten, unzählige Schnäpse und die Großcousine Zsófi, die Lazi das Schießen beibringt. Nur Mónika, die Schwester der Mutter, versteht, was Lazis veränderter Körper zu bedeuten hat; nur sie ahnt den wahren Grund für Lazis Rückkehr: Rache üben, Gerechtigkeit finden.

 

Muri Daridas Debütroman King Cobra (dtv, 2026) erzählt zwischen Humor, Zärtlichkeit und Wut vom Widerstand gegen das Schweigen und davon, dass die Liebe kein Bluthund ist.


Muri Darida, geboren 1993, lebt zwischen Budapest und Berlin. Literarische Publikationen u.a. in BELLA triste, Edit, mosaik und Jenny. Zu politischen und gesellschaftlichen Themen publiziert Muri Darida regelmäßig u.a. auf ZEIT ONLINE, arte, taz und SZ. Mit einem Auszug aus King Cobra war Darida für den Wortmeldungen-Förderpreis 2022 nominiert und gewann den Publikumspreis des open mike 2024.


22.10 Uhr

Die Prozesse

Brüssel im Spätsommer 2030. Die Stadt ist in Aufruhr, die Peripherie, die Marktplätze, Museen und Boulevards, überall kommen Menschen zusammen, protestieren und feiern, unerwartete Gemeinschaften entstehen, alte Ordnungen zerfallen. Der Erzähler und sein Partner Ezra machen Urlaub in Oostende. Bei ihrer Rückkehr nach Brüssel werden sie von den Ereignissen mitgerissen, die bald auch ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen. Als Ezra, der einen politischen Blog betreibt, Opfer eines Anschlags wird, verlassen sie Brüssel und machen sich auf den Weg nach Norditalien. Auf dem entlegenen Hof einer mysteriösen Gärtnerin wollen sie zur Ruhe kommen. Doch ihr Rückzug wird zur surrealen Höllenfahrt.

 

In hypnotischen Sätzen führt Marius Goldhorn in seinem neuen Roman Die Prozesse (Kiepenheuer & Witsch, 2025) zwei taumelnde Männer durch einen erschütterten Kontinent, zerrissen zwischen seiner Vergangenheit, seinen Verbrechen und der Sehnsucht nach Aufbruch.


Marius Goldhorn wurde 1991 in Lahnstein geboren und ist Autor des Romans Park und des Gedichtbandes YIN.


22.30 Uhr

Kür des Tagespreisträgers