Freitag,

13. März 2026

Moderation: ...        |  Büchertisch: Buch & Töne

20.00 Uhr  

Begrüßung


20.10 Uhr

Hannah Häffner
Penquin Verlag

© tanja kernweiss

Die Riesinnen

Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen, alle groß und dünn; sie überragen die meisten Dorfbewohner und wollen so gar nicht in die Gemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die in 60er-Jahren still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald liebt und als Försterin in und mit ihm lebt.

 

Hannah Heffner erzählt in ihrem Debütroman Die Riesinnen (Penguin Verlag, 2026) mit feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die lange nachhallt.


Hanna Heffner wurde 1985 in Heidelberg geboren. Heute lebt sie mit ihrer Familie als freie Texterin und Schriftstellerin in der Nähe von Stuttgart.


20.30 Uhr

Denis Pfabe
Rowohlt Berlin

© allan larsen

Die Möglichkeit einer Ordnung

Levin Watermeyers Leben ist der Baumarkt. Schon immer arbeitet er dort, glaubt, alle Kollegen und ihre Schrullen, ihre Intrigen gegen- und Affären miteinander zu kennen – und er ist zufrieden. Aber dann bekommt seine komfortable Welt Risse. Der Baumarkt soll expandieren, schluckt Konkurrenten und die undurchschaubare Pina Sommerfeldt, die eigene Ziele verfolgt, muss eingearbeitet werden. Watermeyers Welt wankt; er beginnt, alles zu hinterfragen.

 

Denis Pfabe erzählt in seinem neuen Roman Die Möglichkeit einer Ordnung (Rowohlt Berlin, 2026) mitten aus der Gegenwart. Menschen im Zeitalter der totalen Kommerzialisierung, der Konsum- und Smartmentalität und Hochskalierung von Geschäftsmodellen, originell, zuweilen böse und sehr unterhaltsam.


Denis Pfabe, geboren 1986 in Bonn, ist Absolvent der Bayerischen Akademie des Schreibens, war Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa am LCB und erhielt das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW. Er lebt in Bonn und fährt drei Tage die Woche Gabelstapler in einem Baumarkt. Sein Debütroman Der Tag endet mit dem Licht erschien 2018, Simonelli folgte 2021. 2024 erhielt er den Deutschlandfunkpreis beim Bachmannwettbewerb in Klagenfurt.

20.50 Uhr

Botanik des Wahnsinns

Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Dort muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.

 

In seinem Debütroman Botanik des Wahnsinns (DuMont Buchverlag, 2026) verfolgt Leon Engler auf einfühlsame und humorvolle Weise seinen Protagonisten auf der Spur seiner Familie und zu sich selbst.


Leon Engler wuchs in München auf. Er veröffentlichte zahlreiche Theaterstücke, Hörspiele und Kurzgeschichten und wurde 2022 mit dem 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Er ist tätig als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben.


21.10 Uhr

20 Min. Pause

21.30 Uhr

Pamoja

Kekeli lebt in einer Kleinstadt in Süddeutschland. Dass ihre Mutter weiß ist und ihr Vater schwarz, ist für sie kein Thema. Oder doch? Fragen, die sie sich nie gestellt hat, aus Angst oder Bequemlichkeit, überfallen sie plötzlich, als ihre undurchschaubare Cousine Afi aus Togo zu Besuch in Deutschland ist. Zudem wird sie von ihrem Mitschüler Kwame eingeladen, gemeinsam für die Pamoja Society bei einem Doku-Film über schwarze Lifestyles in Deutschland mitzuarbeiten und dafür nach Berlin zu fahren. Mit Afi, Kwame und dessen großem Bruder Kofi begibt sie sich auf einen Roadtrip quer durch Deutschland. Während sie zusammen nach den lustigen, schönen, aber auch aufwühlenden und teilweise versteckten Facetten in Deutschland suchen, stößt Kekeli auf ein Familiengeheimnis, von dem aus sie alles in Frage stellt.

 

Jessica Mawuena Lawsons Debütroman Pamoja (Verbrecher Verlag, 2026) ist eine Auseinandersetzung mit der Zugehörigkeit, der Biografie und der eigenen Familie.


Jessica Mawuena Lawson, Jahrgang 1997, arbeitet in einer Unterkunft für Geflüchtete und studiert an der Uni Tübingen Literatur- und Kulturtheorie. Wie die Protagonistin in ihrem Roman hat auch sie einen deutsch-togoischen Background und wünscht sich, es würde mehr Bücher aus der Perspektive schwarzer Menschen in Deutschland geben.


21.50 Uhr

Wir Töchter

Großmutter Marianne, geboren zum Ende des Zweiten Weltkriegs, hat das Leben einer einfachen Bäuerin gelebt. Ihre Tochter Róza ist – geprägt vom sozialistischen Staat Volksrepublik Polen – wie die Mutter im Dorf aufgewachsen. Durch Zufall lernt sie die Stadt Danzig und das Leben inmitten der Solidarnosz-Revolution kennen. Mit ihrer Tochter Waleria wird Róza Polen Ende der 1980er-Jahre nach Westdeutschland verlassen. Waleria wächst im wiedervereinigten Deutschland auf, verlernt ihre Muttersprache und die Sprache ihrer Babcia.

 

In ihrem Debütroman Wir Töchter (Verlag C.H. Beck) , 2026) erzählt Oliwia Hälterlein mit großer Wärme und poetischer Kraft von drei Generationen Frauen zwischen Polen und Deutschland – und von dem unsichtbaren Band, das sie verbindet.


Oliwia Hälterlein, geboren 1986 in Bydgoszcz, ist Absolventin des renommierten Deutschen Literaturinstituts in Leipzig. In der Reihe Marohefte ist ihr Essay Das Jungfernhäutchen gibt es nicht erschienen.


22.10 Uhr

Willkommen im Bauch der Maschine

Das Flugzeug rollt an, setzt an und beschleunigt zum Abflug, doch die Gedanken des Erzählers in Alexander Rudolfis Debütroman Willkommen im Bauch der Maschine (Rohstoff / Matthes & Seitz Berlin, 2026) drängen zurück. Zurück auf die italienische Insel, wo er Gramscis Gefängnishefte gelesen, das politische Zeitgeschehen beobachtet, S. kennengelernt und mit ihr Ausflüge in die für ihre Widerstandsfähigkeit berüchtigten, ihrer Tradition stark verbundenen und durch den Abbau von Schwermetallen teilweise unbewohnbar gewordenen Dörfer unternommen hat. Es stellt sich ihm zunehmend die Frage, wann er die Kontrolle verlor: erst, als er sich in die Maschine setzte und sich den Händen eines unsichtbaren Piloten überließ? Oder bereits davor?

 

Willkommen im Bauch der Maschine erzählt rauschhaft und schillernd vom paranoiden Leben in einer technokratischen Wirklichkeit – und vom Versuch, einen Ausweg zu finden.


Alexander Rudolfi, 1987 in Freyung geboren. Seine Texte wurden in verschiedenen Zeitschriften publiziert. 2019 erhielt er das Arbeitsstipendium des Landes Niedersachsen, 2022 war er Preisträger des 30. open mike. Im selben Jahr erschien das Buch hyperlinklabyrinthe im Verlag parasitenpresse.


22.30 Uhr

Kür des Tagespreisträgers


Verleihung des Bayern 2-Wortspiele-Preises,

dotiert mit 2.000 Euro, an den ein Stipendium des Goethe Instituts in Peking gekoppelt ist.