Die Autoren

Wortspiele München
 


Esther Becker

© nane diehl

Wie die Gorillas - Verbrecher Verlag

Abnehmen, ohne anderen davon zu erzählen, den Rasierer am Weg in die Schwimmbaddusche verstecken, Schminken ohne Mühe. Als wäre es von Natur aus so.

In ihrem Debütroman Wie die Gorillas (Verbrecher Verlag, 2021) beschreibt Esther Becker das Erwachsenwerden junger Frauen in einer Gesellschaft, die meint, alle können selbst bestimmen. Aber manches gehört sich und anderes nicht.
Wo verlaufen die Grenzen zwischen "Individualität ausleben" und "etwas machen, um dazuzugehören"? Wie soll der Körper aussehen, sich benehmen?
Lustig und mit einer gewissen Drastik erzählt Esther Becker vom gesellschaftlichen Druck, der auf jungen Frauenkörpern lastet.

 

Esther Becker, geboren 1980 in Erlangen, lebt als Dramatikerin, Schriftstellerin und Performerin in Berlin. Sie studierte an der Hochschule der Künste Bern und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie veröffentlichte Texte in diversen Magazinen und Anthologien. Ihre Theatertexte (Verlag Felix Bloch Erben) wurden bereits mehrfach ausgezeichnet und in Deutschland und der Schweiz aufgeführt. Sie ist Mitglied der Theaterformation bigNOTWENDIGKEIT.


Raphaela Edelbauer

© victoria herbig

Dave - Klett-Cotta

Was braucht es, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten? Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie diese Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein Glauben an die Technik ins Wanken. Er verliebt sich in eine junge Ärztin und Dave droht ein Totalausfall. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, versucht Syz herauszufinden, wessen Interessen Dave am Ende eigentlich dient.

Raphaela Edelbauers neuer Roman Dave (Klett Cotta, 2021) ist eine eindrückliche Erzählung über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Artificial Intelligence.

 

Raphaela Edelbauer, geboren 1990 in Wien. Für ihr Werk "Entdecker. Eine Poetik" wurde sie mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurde ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Mit ihrem Roman "Das flüssige Land" war sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und des Österreichischen Buchpreises. Sie lebt in Wien und wird ab Oktober 2021 Stadtschreiberin in Mülheim an der Ruhr.


Joshua Groß

© charlotte krusche

Entkommen - Matthes & Seitz Berlin

Nürnberg, Elektrolux oder Bergamo sind die ganz realen Ausgangspunkte kaleidoskopischer Welten und Geschichten, die immer wieder verblüffende Wendungen nehmen: Der Wrestler Alchemist Teaz verschwindet, verschickt aber noch Nachrichten; die rätselhafte Professorin Kemander entdeckt ihre Faszination für einen uralten Baum und auch Jellyfish P aus "Flexen in Miami" schreibt sich mit seinem Twitterfeed in diese Geschichten ein. Mit ihnen denkt Joshua, der zugleich Autor, Erzähler und Figur ist, notiert und erfindet.

Der neue Band Entkommen (Matthes & Seitz Berlin, 2021) von Joshua Groß ist ein literarisches Spiegelkabinett. Ein Plädoyer für ein unbedingtes Schreiben.

 

Joshua Groß, 1989 in Grünsberg (Franken) geboren. 2018 war er zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur nach Klagenfurt eingeladen und 2019 erhielt er den Anna Seghers-Preis. 2020 erschien sein Debütroman "Flexen in Miami".


Annina Haab

© privat

Bei den großen Vögeln - Berlin Verlag

Seit Ali im Altersheim ist, spricht sie ständig vom Sterben. Für ihre Enkelin bleibt ihr Tod undenkbar. Sie beginnt alles, was mit Ali zu tun hat, aufzuschreiben, und merkt, wie wenig sie weiß über ihre Kindheit und Jugend, die Jahre in London, ihre Arbeit in der Fabrik.

Annina Haab entwirft in ihrem Debütroman Bei den großen Vögeln (Berlin Verlag, 2021) anhand von Fragmenten, Anekdoten und mit viel Fantasie eine mögliche Lebensgeschichte. So eröffnet sie einen gemeinsamen Raum, in dem sich beide Protagonistinnen auf eigene Weise auf den bevorstehenden Abschied vorbereiten können.

 

Annina Haab wurde 1991 geboren und lebt und arbeitet in Basel. Sie studierte Literarisches Schreiben in Biel, Bern und Leipzig und war Artist in Residence am Zentrum für nonkonformistische Kunst St. Petersburg sowie Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin.


Bernhard Heckler

© thomas dashuber

Das Liebesleben der Pinguine - Tropen Verlag

München, 2020er-Jahre. Niko, Eva und Franco. Ein Selbstoptimierer, eine Ghostwriterin für Online-Dating, ein italienischstämmiger Bodybuilder. Sie verkaufen Erfindungen von sich selbst. Sie wollen die Kontrolle behalten. Doch dann tritt plötzlich Jugendfreund Jakob in ihr Leben. Niko hat ihm noch nie seine Liebe gestanden. Eva nimmt ihn mit nach Hause. Franko hat plötzlich Erfolg bei einer Frau und Probleme mit den Gewichten. Und Niko verbringt eine Nacht mit seinem Chess Mate Farjad in Istanbul. Sie alle stellen fest: Die Erfindungen helfen nicht mehr.

 

Bernhard Hecklers Debütroman Das Liebesleben der Pinguine (Tropen, 2021) erzählt von den Urszenen der Liebe in der digitalen Gegenwart.

Bernhard Heckler, geboren 1991 in München und lebt dort. Stipendiat der Bayerischen Akademie des Schreibens und der FAZIT-Stiftung. Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Schreibt für die Süddeutsche Zeitung, Die ZEIT und deren Magazine.


Lorenz Just

© robert sievert

Am Rand der Dächer - DuMont Buchverlag

Die Freundschaft zwischen Andrej und Simon beginnt im großen Berliner Zimmer - von dort aus begeben sich die beiden auf den langen Streifzug durch die Straßen ihres Kiezes in Berlin Mitte, durch verwinkelte Hinterhöfe und den chaotischen Leerstand, bis auf die Dächer, auf denen sie fern der Welt ganze Nachmittage verbringen.

Lorenz Just verwebt in seinem Romandebüt Am Rand der Dächer (Dumont, 2020) das Aufwachsen seiner Figuren mit den rasanten VeränderungenEr lebt in Berlin., die aus dem Berlin Mitte der 90-Jahre das gentrifizierte Berlin Mitte der Nullerjahre werden ließen.

 

Lorenz Just, geboren 1983 in Halle an der Saale, zog 1988 mit seiner Familie nach Berlin und wuchs dort auf. Nach seinem Islamwissenschaftstudium in Halle und verschiedenen Auslandsaufenthalten studierte er von 2011 bis 2015 am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2015 erschien sein Jugendbuch "Mohammed. Das unbekannte Leben des Propheten" (Gabriel Verlag), 2017 bei DuMont sein hochgelobter Erzählband "Der böse Mensch". Er lebt in Berlin.


Timon Karl Kaleyta

© christian werner

Die Geschichte eines einfachen Mannes - Piper Verlag

Der Protagonist in Timon Karl Kaleytas Debütroman Die Geschichte eines einfachen Mannes (Piper Verlag, 2021) ist vom Glück geküsst. Er, der Junge aus einfachem Hause, spürt, dass das Schicksal Großes mit ihm vorhat. Erst als Helmut Kohl 1998 die Wahl verliert, zeigt seine Zuversicht Risse. Nach dem Abitur macht er sich auf die Reise nach ganz oben. Um ein Haar erlebt er mit seiner Band den großen Erfolg, beginnt fast eine steile akademische Karriere, fast findet er das Glück in der Liebe und tänzelt dabei ständig am Abgrund.

 

Timon Karl Kaleyta veröffentlichte mit seiner Band vier Alben und spielte hunderte Konzerte. Er ist Gründer des Instituts für Zeitgenossenschaft IFZ. Nach dem finanziellen Ruin mit der Musik begann er ein glückliches Leben und ist heute Kolumnist (FAS), Drehbuchautor (jerks) und Ehemann einer erfolgreichen Kunsthändlerin in Berlin.


Ally Klein

© sasha kurmaz

Der Wal - Literaturverlag Droschl

Der zweite Roman von Ally Klein, Der Wal (Droschl, 2021), kreist um Saul, der aufhört, Künstler zu sein, und sich als selbsternannter "Bauarbeiter" einem letzten Großprojekt verschreibt. Ein rätselhafter und zu einem Fotolabor umfunktionierter Bau, genannt "Der Wal", soll in seinen zweckfreien Ursprungszustand zurückverwandelt werden.

 

Der Roman entwickelt sich einerseits zu einer sensiblen Dreiecksgeschichte mit Q als Begleiterin Sauls und Aezra, Sauls schreibendem Bruder. Andererseits thematisiert Der Wal die Bedeutung von Kunst. In drei Teilen, durch drei Erzählstimmen gegliedert, fügt sich das Triptychon nach und nach zu einem kunstvollen Ganzen.

Ally Klein, 1984 geboren, lebt und arbeitet in Berlin. 2018 erschien ihr Debütroman Carter, auch im Literaturverlag Droschl.


Olivia Kuderewski

© lisa maria keck

Lux - Voland & Quist

Lux bricht aus. Sie reist in die USA, macht sich auf die Suche nach dem Wahren, dem Gefährlichen. Sie trifft Kat, eine junge, irritierend schöne Frau, eine amerikanische Nomadin mit schneeweißem Haar. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Road-Trip von Osten nach Westen, quer durch die USA. Sie bringen sich gegenseitig an ihre Schmerzgrenzen und laufen aus dem Ruder. Lux ist auf der Jagd nach sich selbst, aber was will Kat?

 

Der Debütroman Lux von Olivia Kuderewski (Voland & Quist, 2021) erzählt über das, was vom amerikanischen Traum übrigbleibt, und über Vertrauen und Missbrauch, Macht und Verletzlichkeit.

Olivia Kuderewski, 1989 geboren, lebt in Berlin. "Carter" ist ihr erster Roman. Sie hat bisher in wenigen Anthologien veröffentlicht und noch keinen Preis gewonnen.


Laura Lichtblau

© katharina woll

Schwarzpulver - Verlag C.H. Beck

Es ist kalt geworden in Berlin, es ist die Zeit der Rauhnächte. Lautstarke Propaganda dominiert längst nicht mehr nur die Straßen der Hauptstadt, sondern die Politik des ganzen Landes. Und mittendrin tummeln sich drei Verlorengegangene, die plötzlich beginnen, sich Fragen zu stellen. Doch wie revoltiert man in einer Welt, in der die eigene Orientierung allmählich abhandenkommt?

 

Laura Lichtblaus Debütroman Schwarzpulver (C.H. Beck, 2020) ist eine urbane Dystopie. Mit Witz und Leichtigkeit erzählt die Autorin vom unbewussten Verlangen nach Freiheit in einem Staat, dessen Ziel die absolute Unterdrückung ist.

Laura Lichtblau, 1985 in München geboren, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Berlin. Ihre Lyrik und kürzere Prosa wurden in zahlreichen Magazinen und Anthologien veröffentlicht.


Lukas Maisel

© rowohlt verlag

Buch der geträumten Inseln - Rowohlt

Seit Jahrhunderten hat es einen festen Platz in Mythos und Fantasie, nur die Wissenschaft will nichts wissen von einem Lebewesen zwischen Mensch und Tier. Der Schweizer Krypto-Zoologe Robert Akuret ist fest entschlossen, das zu ändern. Er bricht auf zu einer Expedition ins Innere Papua-Neuguineas. An seiner Seite: Mansur vom Volk der Bugies; am Steuer steht einer, der sich Jonah nennt; und dann ist da noch Blum, Student der Ethnologie, ein junger Mann mit schwachen Nerven. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Fahrt ins Ungewisse.

 

Lukas Maisels Debütroman Buch der geträumten Inseln (Rowohlt, 2020) ist eine spannende Verbindung von Literatur- und Kulturgeschichte.

Lukas Maisel, geboren 1987 in Zürich, machte eine Lehre zum Drucker, bevor er am Literaturinstitut in Biel studierte. Für das Manuskript seines ersten Romans, Buch der geträumten Inseln, erhielt er 2017 einen Werkbeitrag des Kantons Aargau und 2019 den Förderpreis des Kantons Solothurn. Er lebt in Olten.


Daniel Mellem

© bogenberger autorenfotos

Die Erfindung des Lockdowns - dtv

Im Debütroman Die Erfindung des Countdowns (dtv, 2020) von Daniel Mellem zieht es den jungen Hermann Oberth 1920 von Siebenbürgen nach Göttingen, da er dort Physik studieren will. Er will den Menschheitstraum der Mondrakete verwirklichen. Als der Durchbruch nah ist, weisen seine Professoren ihn ab. Nur Wernher von Braun glaubt an ihn. Statt der Mondrakete soll Hermann die V2 mitentwickeln - eine Vergeltungswaffe der Nazis. Hermanns Kinder Ilse und Julius verliert er an den Krieg. Er bleibt auch in der Nachkriegszeit ein glühender Nazi.

 

Exemplarisch lässt sich an der historischen Persönlichkeit Hermann Oberth die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft zwischen den Weltkriegen stellen, dem Zeitalter der Utopien und der Extreme gleichermaßen.

Daniel Mellem, geboren 1987, lebt in Hamburg. Sein Studium der Physik schloss er mit einer Promotion ab, bevor er sich am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig der Arbeit an seinem ersten Roman widmete. Für "Die Erfindung des Countdowns" wurde er bereits mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Hamburger Literaturförderpreis ausgezeichnet.


Jakob Nolte

© rachel israela

Kurzes Buch über Tobias - Suhrkamp

Jakob Noltes neuer Roman Kurzes Buch über Tobias (Suhrkamp, 2021) ist eine moderne Heiligenerzählung, ein mystisches Rätsel. Es handelt von Allmacht und großer Unsicherheit, Spiritualität und dem Internet, dem Streben nach Sinn.

Im Mittelpunkt steht das Leben des Schriftstellers, Pfarrers und Obdachlosen Tobias Becker. Auf einer Reise nach Belgrad verliebt er sich in einen Mann namens Tobias und findet zu Gott. Er wird Zeuge, wie sich Menschen in Hasen verwandeln, Beziehungen zerbrechen und Flugzeuge in den Alpen verbrennen. Diese Erzählung ist voller Witz, Wissen und Romantik.

 

Jakob Nolte, geboren 1988, lebt und arbeitet in Berlin. Seine Theaterstücke wurden mehrfach prämiert und an zahlreichen Bühnen Europas gespielt. Sein Debütroman "ALFF" wurde mit dem Kunstpreis Literatur 2016 ausgezeichnet. Sein Roman "Schreckliche Gewalten" war 2017 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Gemeinsam mit Leif Randt kuratiert er die Webseite tegelmedia.net.


Eva Roman

© lena obst

Pax - Verlag Klaus Wagenbach

Eva Roman erzählt in ihrem zweiten Band Pax (Wagenbach, 2020) in eindringlichen Bildern sehr konkret von sozialer Normierung und Generationsverantwortung.

Der Protagonist Pax wächst mit seiner Tante Beatrix in einer Kleinstadt auf. Sie arbeitet im örtlichen Supermarkt als Verkäuferin und zieht ihn groß, so gut sie kann. Manchmal träumt Pax von einer echten Familie, aber er hat einen Kanarienvogel, eine beste Freundin Leni und außerdem etwas, wovon die anderen lieber nichts wissen sollten. Pax lernt früh, sich zu verstellen, um es anderen recht zu machen.

 

Eva Roman, geboren 1980 in Aachen, aufgewachsen in Augsburg, lebt in Berlin. Sie ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig. Ihr erster Roman "Siebenbrunn" erschien 2014 bei Wagenbach.


Julia Rothenburg

© jutta rothenburg

Mond über Beton - Frankfurter Verlagsanstalt

Zwölf Etagen Stahl umarmen das Kottbusser Tor in der Mitte Kreuzbergs, wo das Herz aus Beton seit Anfang der 70er-Jahre in unruhigem Takt schlägt. "Gefährlich", schreibt die Presse, "ein sozialer Brennpunkt", "Drogenumschlagplatz". Diffuse Gefühle der Bedrohung treiben auch die Bewohner des Gebäuderinges "Neues Zentrum Kreuzberg" dort. Ihre Geschichten, eine Chronik persönlicher Schicksalsschläge, sind eng mit dem Leben des Viertels verwoben. Als Stanca eines Nachts einen schrecklichen Fund macht und Muthlos Söhne ins Drogenmilieu abzurutschen drohen, bilden sie eine Bürgerwehr.

 

Julia Rothenburgs neuer Roman Mond über Beton (FVA, 2021) erzählt von einer urbanen Vielstimmigkeit, die auf Risse hinweist, die einzelne Leben und eine ganze Gemeinschaft auseinanderbrechen lassen können.

Julia Rothenburg, 1990 in Berlin geboren, lebt und arbeitet dort. Ihr Debüt, "Koslik ist krank" (FVA 2017), wurde mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Stipendium für Literatur des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet, das Hörspiel dazu für den ARD Hörspielpreis 2020 nominiert. Ihr zweiter Roman "hell/dunkel" erschien 2019 bei der FVA.


Alexandra Stahl

© philipp laage

Männer ohne Möbel - Jung und Jung

Was bleibt von der Liebe, wenn man kein größeres Problem hat als sich selbst? Ellie weiß es nicht. Steht trotzdem jeden Morgen auf. Die Männer in Ellies Leben haben Angst vor richtigen Restaurants, trinken Erdbeermilch und schlafen auf Matratzen ohne Bettgestell. Alle wollen nur Liebe, auch in "Italien", einer Kneipe am Neuköllner Landwehrkanal - egal, ob sie sich für Marlon Brando halten oder von einer Frau erzählen, von der sonst keiner glaubt, dass es sie gibt. Als Ellie einen Schreibkurs an der Volkshochschule besucht, lernt sie, sich als Romanfigur zu betrachten, und macht aus ihrem Leben ein Lieblingsbuch.

 

Alexandra Stahls Debütroman Männer ohne Möbel (Jung und Jung, 2021) ist eine lakonische Erzählung über die Liebe in Zeiten der Unverbindlichkeit.

Alexandra Stahl, 1986 in Bayern geboren, lebt in Berlin. Sie hat bei der Deutschen Presse-Agentur gearbeitet. Ihre journalistischen Reisereportagen stammen aus den USA, Irland, Italien, Kroatien und Österreich. Finalistin beim Open Mike, zuletzt Stadtschreiberin in der Europäischen Kulturhauptstadt Rijeka.


Björn Stephan

© mario wezel

Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau - Galiani

Sascha Labude ist 13 Jahre alt und w2hst auf wie sein Freund Sonny - in Kleinkrebslow, einer Plattenbausiedlung. Das alte Land ist zwar untergegangen und sein Vater verstummt, aber ansonsten passiert bis zur Ankunft von Juri nicht viel. Ein geheimnisvolles Mädchen, das alles über die Sterne und das Universum zu wissen scheint. Nur wo sie selbst herkommt, darüber will sie nichts erzählen. Als Sascha und Juri zufällig beobachten, wie die Siedlungsschläger Pawelke, den alten Irren, zusammenschlagen, einen Mann, über den viele Gerüchte durch die Siedlung geistern, ist nichts mehr, wie es war.

 

In seinem Debütroman Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau (Galiani, 2021) beschreibt Björn Stephan das Aufwachsen in den Ruinen eines verschwundenen Landes und die erste Liebe.

Björn Stephan, geboren 1987 und aufgewachsen in Schwerin, lebt in München. Als Reporter schreibt er für die ZEIT und gelegentlich für das SZ-Magazin. Seine Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Sozialpreis, dem Axel-Springer-Preis und dem Reporterpreis.


Hengameh Yaghoobifarah

© tarek mohamed mawad

Ministerium der Träume - Blumenbar

Als die Polizei vor der Tür steht, bricht für Nas eine Welt zusammen - ihre Schwester Nushin ist tot. Autounfall, sagen die Beamten, Nas glaubt an Suizid. Gemeinsam haben sie alles überstanden: die Migration nach Deutschland, den Verlust ihres Vaters, die emotionale Abwesenheit der Mutter und die ungeplante Mutterschaft von Nushin. Nas nimmt ihre Nichte auf, obwohl ein Kind nicht in ihr Leben passt. Sie gibt alles dafür, die Geschichte ihrer Schwester zu rekonstruieren, und erkennt, dass Nushin sie niemals im Stich gelassen hätte.

 

Hengameh Yaghoobifarahs Debütroman Ministerium der Träume (Blumenbar, 2021) ist eine schonungslose, berührende Familiengeschichte aus Deutschland im Jahr 2020.

Hengameh Yaghoobifarah, geboren 1991 in Kiel. Nach einem Zwischenstopp in Wien zog sie 2014 nach Berlin und arbeitet dort seitdem in der Redaktion des Missy Magazine. Außerdem schreibt sie frei für deutschsprachige Medien, seit 2016 etwa die Kolumne "Habibitus" für die taz. 2019 hat sie gemeinsam mit Fatma Aydemir die viel beachtete Anthologie "Eure Heimat ist unser Albtraum" herausgegeben.