Freitag,

21. Mai 2021


20.00 Uhr

Begrüßung


20.30 Uhr

Wie die Gorillas

Abnehmen, ohne anderen davon zu erzählen, den Rasierer am Weg in die Schwimmbaddusche verstecken, Schminken ohne Mühe. Als wäre es von Natur aus so.

In ihrem Debütroman Wie die Gorillas (Verbrecher Verlag, 2021) beschreibt Esther Becker das Erwachsenwerden junger Frauen in einer Gesellschaft, die meint, alle können selbst bestimmen. Aber manches gehört sich und anderes nicht.
Wo verlaufen die Grenzen zwischen "Individualität ausleben" und "etwas machen, um dazuzugehören"? Wie soll der Körper aussehen, sich benehmen?
Lustig und mit einer gewissen Drastik erzählt Esther Becker vom gesellschaftlichen Druck, der auf jungen Frauenkörpern lastet.

 

Esther Becker, geboren 1980 in Erlangen, lebt als Dramatikerin, Schriftstellerin und Performerin in Berlin. Sie studierte an der Hochschule der Künste Bern und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie veröffentlichte Texte in diversen Magazinen und Anthologien. Ihre Theatertexte (Verlag Felix Bloch Erben) wurden bereits mehrfach ausgezeichnet und in Deutschland und der Schweiz aufgeführt. Sie ist Mitglied der Theaterformation bigNOTWENDIGKEIT.


20.30 Uhr

Joshua Groß
Matthes & Seitz Berlin

© charlotte krusche

Entkommen

Nürnberg, Elektrolux oder Bergamo sind die ganz realen Ausgangspunkte kaleidoskopischer Welten und Geschichten, die immer wieder verblüffende Wendungen nehmen: Der Wrestler Alchemist Teaz verschwindet, verschickt aber noch Nachrichten; die rätselhafte Professorin Kemander entdeckt ihre Faszination für einen uralten Baum und auch Jellyfish P aus "Flexen in Miami" schreibt sich mit seinem Twitterfeed in diese Geschichten ein. Mit ihnen denkt Joshua, der zugleich Autor, Erzähler und Figur ist, notiert und erfindet.

Der neue Band Entkommen (Matthes & Seitz Berlin, 2021) von Joshua Groß ist ein literarisches Spiegelkabinett. Ein Plädoyer für ein unbedingtes Schreiben.

 

Joshua Groß, 1989 in Grünsberg (Franken) geboren. 2018 war er zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur nach Klagenfurt eingeladen und 2019 erhielt er den Anna Seghers-Preis. 2020 erschien sein Debütroman "Flexen in Miami".


20.50 Uhr

Björn Stephan
Galiani

© mario wezel

Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau

Sascha Labude ist 13 Jahre alt und w2hst auf wie sein Freund Sonny - in Kleinkrebslow, einer Plattenbausiedlung. Das alte Land ist zwar untergegangen und sein Vater verstummt, aber ansonsten passiert bis zur Ankunft von Juri nicht viel. Ein geheimnisvolles Mädchen, das alles über die Sterne und das Universum zu wissen scheint. Nur wo sie selbst herkommt, darüber will sie nichts erzählen. Als Sascha und Juri zufällig beobachten, wie die Siedlungsschläger Pawelke, den alten Irren, zusammenschlagen, einen Mann, über den viele Gerüchte durch die Siedlung geistern, ist nichts mehr, wie es war.

 

In seinem Debütroman Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau (Galiani, 2021) beschreibt Björn Stephan das Aufwachsen in den Ruinen eines verschwundenen Landes und die erste Liebe.

Björn Stephan, geboren 1987 und aufgewachsen in Schwerin, lebt in München. Als Reporter schreibt er für die ZEIT und gelegentlich für das SZ-Magazin. Seine Reportagen wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Sozialpreis, dem Axel-Springer-Preis und dem Reporterpreis.


21.10 Uhr

20 Min. Pause


21.30 Uhr

Lukas Maisel
Rowohlt

© rowohlt verlag

Buch der geträumten Inseln

Seit Jahrhunderten hat es einen festen Platz in Mythos und Fantasie, nur die Wissenschaft will nichts wissen von einem Lebewesen zwischen Mensch und Tier. Der Schweizer Krypto-Zoologe Robert Akuret ist fest entschlossen, das zu ändern. Er bricht auf zu einer Expedition ins Innere Papua-Neuguineas. An seiner Seite: Mansur vom Volk der Bugies; am Steuer steht einer, der sich Jonah nennt; und dann ist da noch Blum, Student der Ethnologie, ein junger Mann mit schwachen Nerven. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Fahrt ins Ungewisse.

 

Lukas Maisels Debütroman Buch der geträumten Inseln (Rowohlt, 2020) ist eine spannende Verbindung von Literatur- und Kulturgeschichte.

Lukas Maisel, geboren 1987 in Zürich, machte eine Lehre zum Drucker, bevor er am Literaturinstitut in Biel studierte. Für das Manuskript seines ersten Romans, Buch der geträumten Inseln, erhielt er 2017 einen Werkbeitrag des Kantons Aargau und 2019 den Förderpreis des Kantons Solothurn. Er lebt in Olten.


21.50 Uhr

Jakob Nolte
Suhrkamp

© rachel israela

Kurzes Buch über Tobias

Jakob Noltes neuer Roman Kurzes Buch über Tobias (Suhrkamp, 2021) ist eine moderne Heiligenerzählung, ein mystisches Rätsel. Es handelt von Allmacht und großer Unsicherheit, Spiritualität und dem Internet, dem Streben nach Sinn.

Im Mittelpunkt steht das Leben des Schriftstellers, Pfarrers und Obdachlosen Tobias Becker. Auf einer Reise nach Belgrad verliebt er sich in einen Mann namens Tobias und findet zu Gott. Er wird Zeuge, wie sich Menschen in Hasen verwandeln, Beziehungen zerbrechen und Flugzeuge in den Alpen verbrennen. Diese Erzählung ist voller Witz, Wissen und Romantik.

 

Jakob Nolte, geboren 1988, lebt und arbeitet in Berlin. Seine Theaterstücke wurden mehrfach prämiert und an zahlreichen Bühnen Europas gespielt. Sein Debütroman "ALFF" wurde mit dem Kunstpreis Literatur 2016 ausgezeichnet. Sein Roman "Schreckliche Gewalten" war 2017 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Gemeinsam mit Leif Randt kuratiert er die Webseite tegelmedia.net.


22.10 Uhr

Pax

Eva Roman erzählt in ihrem zweiten Band Pax (Wagenbach, 2020) in eindringlichen Bildern sehr konkret von sozialer Normierung und Generationsverantwortung.

Der Protagonist Pax wächst mit seiner Tante Beatrix in einer Kleinstadt auf. Sie arbeitet im örtlichen Supermarkt als Verkäuferin und zieht ihn groß, so gut sie kann. Manchmal träumt Pax von einer echten Familie, aber er hat einen Kanarienvogel, eine beste Freundin Leni und außerdem etwas, wovon die anderen lieber nichts wissen sollten. Pax lernt früh, sich zu verstellen, um es anderen recht zu machen.

 

Eva Roman, geboren 1980 in Aachen, aufgewachsen in Augsburg, lebt in Berlin. Sie ist Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig. Ihr erster Roman "Siebenbrunn" erschien 2014 bei Wagenbach.


22.30 Uhr

Kür des Tagespreisträgers und Verlosung des Buchpakets


Verleihung des Bayern 2-Wortspiele-Preises,

dotiert mit 2.000 Euro, an den ein Stipendium des Goethe Instituts in Peking gekoppelt ist.