Mittwoch,

19. Mai 2021


20.00 Uhr

Begrüßung


20.10 Uhr

Bei den großen Vögeln

Seit Ali im Altersheim ist, spricht sie ständig vom Sterben. Für ihre Enkelin bleibt ihr Tod undenkbar. Sie beginnt alles, was mit Ali zu tun hat, aufzuschreiben, und merkt, wie wenig sie weiß über ihre Kindheit und Jugend, die Jahre in London, ihre Arbeit in der Fabrik.

Annina Haab entwirft in ihrem Debütroman Bei den großen Vögeln (Berlin Verlag, 2021) anhand von Fragmenten, Anekdoten und mit viel Fantasie eine mögliche Lebensgeschichte. So eröffnet sie einen gemeinsamen Raum, in dem sich beide Protagonistinnen auf eigene Weise auf den bevorstehenden Abschied vorbereiten können.

 

Annina Haab wurde 1991 geboren und lebt und arbeitet in Basel. Sie studierte Literarisches Schreiben in Biel, Bern und Leipzig und war Artist in Residence am Zentrum für nonkonformistische Kunst St. Petersburg sowie Stipendiatin der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin.


20.30 Uhr

Daniel Mellem
dtv

© bogenberger autorenfotos

Die Erfindung des Lockdowns

Im Debütroman Die Erfindung des Countdowns (dtv, 2020) von Daniel Mellem zieht es den jungen Hermann Oberth 1920 von Siebenbürgen nach Göttingen, da er dort Physik studieren will. Er will den Menschheitstraum der Mondrakete verwirklichen. Als der Durchbruch nah ist, weisen seine Professoren ihn ab. Nur Wernher von Braun glaubt an ihn. Statt der Mondrakete soll Hermann die V2 mitentwickeln - eine Vergeltungswaffe der Nazis. Hermanns Kinder Ilse und Julius verliert er an den Krieg. Er bleibt auch in der Nachkriegszeit ein glühender Nazi.

 

Exemplarisch lässt sich an der historischen Persönlichkeit Hermann Oberth die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft zwischen den Weltkriegen stellen, dem Zeitalter der Utopien und der Extreme gleichermaßen.

Daniel Mellem, geboren 1987, lebt in Hamburg. Sein Studium der Physik schloss er mit einer Promotion ab, bevor er sich am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig der Arbeit an seinem ersten Roman widmete. Für "Die Erfindung des Countdowns" wurde er bereits mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Hamburger Literaturförderpreis ausgezeichnet.


20.50 Uhr

Bernhard Heckler
Tropen Verlag

© thomas dashuber

Das Liebesleben der Pinguine

München, 2020er-Jahre. Niko, Eva und Franco. Ein Selbstoptimierer, eine Ghostwriterin für Online-Dating, ein italienischstämmiger Bodybuilder. Sie verkaufen Erfindungen von sich selbst. Sie wollen die Kontrolle behalten. Doch dann tritt plötzlich Jugendfreund Jakob in ihr Leben. Niko hat ihm noch nie seine Liebe gestanden. Eva nimmt ihn mit nach Hause. Franko hat plötzlich Erfolg bei einer Frau und Probleme mit den Gewichten. Und Niko verbringt eine Nacht mit seinem Chess Mate Farjad in Istanbul. Sie alle stellen fest: Die Erfindungen helfen nicht mehr.

 

Bernhard Hecklers Debütroman Das Liebesleben der Pinguine (Tropen, 2021) erzählt von den Urszenen der Liebe in der digitalen Gegenwart.

Bernhard Heckler, geboren 1991 in München und lebt dort. Stipendiat der Bayerischen Akademie des Schreibens und der FAZIT-Stiftung. Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule. Schreibt für die Süddeutsche Zeitung, Die ZEIT und deren Magazine.


21.10 Uhr

20 Min. Pause


21.30 Uhr

Raphaela Edelbauer
Klett-Cotta

© victoria herbig

Dave

Was braucht es, um eine Maschine mit menschlichem Bewusstsein auszustatten? Den Programmierer Syz interessiert nichts so sehr wie diese Frage. Doch als er hinter die Kulissen des Labors blickt, gerät sein Glauben an die Technik ins Wanken. Er verliebt sich in eine junge Ärztin und Dave droht ein Totalausfall. Während das Labor in blinder Technikgläubigkeit weiterhin auf die Verwirklichung der künstlichen Superintelligenz hinarbeitet, versucht Syz herauszufinden, wessen Interessen Dave am Ende eigentlich dient.

Raphaela Edelbauers neuer Roman Dave (Klett Cotta, 2021) ist eine eindrückliche Erzählung über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Artificial Intelligence.

 

Raphaela Edelbauer, geboren 1990 in Wien. Für ihr Werk "Entdecker. Eine Poetik" wurde sie mit dem Hauptpreis der Rauriser Literaturtage ausgezeichnet. Außerdem wurde ihr der Publikumspreis beim Bachmann-Wettbewerb, der Theodor-Körner-Preis und der Förderpreis der Doppelfeld-Stiftung zuerkannt. Mit ihrem Roman "Das flüssige Land" war sie auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und des Österreichischen Buchpreises. Sie lebt in Wien und wird ab Oktober 2021 Stadtschreiberin in Mülheim an der Ruhr.


21.50 Uhr

Mond über Beton

Zwölf Etagen Stahl umarmen das Kottbusser Tor in der Mitte Kreuzbergs, wo das Herz aus Beton seit Anfang der 70er-Jahre in unruhigem Takt schlägt. "Gefährlich", schreibt die Presse, "ein sozialer Brennpunkt", "Drogenumschlagplatz". Diffuse Gefühle der Bedrohung treiben auch die Bewohner des Gebäuderinges "Neues Zentrum Kreuzberg" dort. Ihre Geschichten, eine Chronik persönlicher Schicksalsschläge, sind eng mit dem Leben des Viertels verwoben. Als Stanca eines Nachts einen schrecklichen Fund macht und Muthlos Söhne ins Drogenmilieu abzurutschen drohen, bilden sie eine Bürgerwehr.

 

Julia Rothenburgs neuer Roman Mond über Beton (FVA, 2021) erzählt von einer urbanen Vielstimmigkeit, die auf Risse hinweist, die einzelne Leben und eine ganze Gemeinschaft auseinanderbrechen lassen können.

Julia Rothenburg, 1990 in Berlin geboren, lebt und arbeitet dort. Ihr Debüt, "Koslik ist krank" (FVA 2017), wurde mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur und dem Stipendium für Literatur des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet, das Hörspiel dazu für den ARD Hörspielpreis 2020 nominiert. Ihr zweiter Roman "hell/dunkel" erschien 2019 bei der FVA.


22.10 Uhr

Alexandra Stahl
Jung und Jung

© philipp laage

Männer ohne Möbel

Was bleibt von der Liebe, wenn man kein größeres Problem hat als sich selbst? Ellie weiß es nicht. Steht trotzdem jeden Morgen auf. Die Männer in Ellies Leben haben Angst vor richtigen Restaurants, trinken Erdbeermilch und schlafen auf Matratzen ohne Bettgestell. Alle wollen nur Liebe, auch in "Italien", einer Kneipe am Neuköllner Landwehrkanal - egal, ob sie sich für Marlon Brando halten oder von einer Frau erzählen, von der sonst keiner glaubt, dass es sie gibt. Als Ellie einen Schreibkurs an der Volkshochschule besucht, lernt sie, sich als Romanfigur zu betrachten, und macht aus ihrem Leben ein Lieblingsbuch.

 

Alexandra Stahls Debütroman Männer ohne Möbel (Jung und Jung, 2021) ist eine lakonische Erzählung über die Liebe in Zeiten der Unverbindlichkeit.

Alexandra Stahl, 1986 in Bayern geboren, lebt in Berlin. Sie hat bei der Deutschen Presse-Agentur gearbeitet. Ihre journalistischen Reisereportagen stammen aus den USA, Irland, Italien, Kroatien und Österreich. Finalistin beim Open Mike, zuletzt Stadtschreiberin in der Europäischen Kulturhauptstadt Rijeka.


22.30 Uhr

Kür des Tagespreisträgers
und Verlosung des Buchpakets